Unsere Geschichte
SHOFCO wurde 2004 von Kennedy Odede gegründet, der in Kenias größtem urbanen Slum Kibera im Süden der kenianischen Hauptstadt Nairobi aufwuchs. Der international vielfach anerkannte Ansatz von SHOFCO zielt darauf ab, Communitys zu stärken und lokale Führung aufzubauen.
Die SHOFCO Geschichte beginnt im ländlichen Dorf Rarieda im Westen Kenias, nahe dem Victoriasee. Dort wurde Kennedy Odede geboren, wie schon seine Mutter und Großmutter zuvor. Als er zwei Jahre alt war, traf eine schwere Hungersnot die Region. Deshalb musste seine Familie, wie viele andere auch, in die Stadt ziehen. Sie suchte nach einem besseren Leben.
Doch in Nairobi fanden sie kaum Arbeit und keinen bezahlbaren Wohnraum. Schließlich landeten sie in Kibera, einem der größten urbanen Slums Afrikas. Als Kennedy zehn Jahre alt war, lebte er auf der Straße. Sprachlos und ohne Hoffnung überlebte er, indem er Müll durchsuchte und Lebensmittel stahl.

Das heutige Kibera mit der Kibera School for Girls im Hintergrund
In einem Moment der Verzweiflung stahl er eine Mango auf dem lokalen Markt. Daraufhin wurde er von einer Menschenmenge brutal attackiert. Der Vorfall hätte ihn beinahe das Leben gekostet. Doch ein Passant griff ein und rettete ihn. Dieser Moment wurde zu einem Wendepunkt. Kennedy erkannte, dass Veränderung möglich ist, für ihn selbst und für die Gemeinschaft in der er lebt..
Insgesamt lebte Kennedy 23 Jahre lang in Kibera. Er erlebte dort extreme Armut, strukturelle Gewalt, Perspektivlosigkeit und massive Geschlechterungleichheit. Doch trotz all dieser Herausforderungen sah er auch Mut, Zusammenhalt und Hoffnung unter den Menschen um ihn herum. Inspiriert von Persönlichkeiten wie Martin Luther King, Nelson Mandela und von der Stärke seiner Mutter begann Kennedy, an die Kraft des Wandels zu glauben – aus der Community heraus. Ihm wurde klar: Ohne Gleichberechtigung der Geschlechter ist es nicht möglich, die städtische Armut zu beseitigen.
Während Kennedy täglich zehn Stunden in einer Fabrik arbeitete und nur einen Dollar verdiente, traf er eine bewusste Entscheidung. Er investierte 20 Cent in einen Fußball. Diese kleine Anschaffung hatte große Bedeutung.
Der Ball wurde zu einem Symbol der Gemeinschaft. In Anlehnung an die Gewaltlosigkeit von Martin Luther King erkannte Kennedy: Fußball verbindet Menschen. Nach dem Spiel setzten sich die Teilnehmenden zusammen. Sie sprachen über Sorgen und suchten gemeinsam nach Lösungen. So entstand ein geschützter Raum des Vertrauens.
So entstand 2004 SHOFCO: eine gemeinschaftlich getragene Bewegung mit dem Ziel, das Leben in Kibera von innen heraus zu verändern.
Im Jahr 2007 nahm die SHOFCO Geschichte eine neue Richtung. Kennedy lernte Jessica Posner kennen, eine amerikanische Studentin, die in Kenia studierte und heute seine Frau ist. Gemeinsam entwickelten sie das ganzheitliche Modell von SHOFCO. Dieses Modell verbindet den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen mit aktivem Engagement der Gemeinschaft. Ziel war es, den komplexen Herausforderungen der Armut nachhaltig zu begegnen.
2009 gründeten sie die Kibera School for Girls. Die Schule startete mit einer Klasse von 40 Schülerinnen. Das Konzept basiert auf einer klaren Überzeugung: Bildung gibt Mädchen und später jungen Frauen die Werkzeuge für ein selbstbestimmtes Leben. Sie ermöglicht wirtschaftliche Unabhängigkeit, senkt das Aids-Risiko und stärkt gesündere Familienstrukturen.

Kennedy und Jess Odede stehen vor der Kibera School for Girls mit einer Klasse junger Schülerinnen, 2013
Kurz darauf wurde Margaret’s Safe Place ins Leben gerufen, ein Zufluchtsort mit gemeinschaftlicher Beratung und Unterstützung für Frauen und Mädchen, die von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Als Antwort auf den dringenden Bedarf an Gesundheitsversorgung eröffnete SHOFCO die erste Klinik in Kibera, um den mangelhaften Zugang und die schlechte Qualität der Grundversorgung zu verbessern. Um Wissen zu verbreiten und den Austausch zu fördern, wurde das Golda Chanoff Community Center gegründet. Dort gibt es eine Bibliothek, einen Computerraum und einen Treffpunkt, um die Lesefähigkeit zu stärken und Gemeinschaft zu fördern.
2016 führte SHOFCO ein innovatives, überirdisches Rohrleitungssystem ein, das 37.000 Haushalte in Kibera mit sauberem und günstigem Wasser versorgt. Im darauffolgenden Jahr weitete SHOFCO seine Arbeit auf vier weitere urbane Slums aus, und das SHOFCO Urban Network (SUN) veranstaltete seine erste Friedensdemonstration mit 5.000 Teilnehmenden.
2018 wurde SHOFCO international anerkannt und erhielt den Conrad N. Hilton Humanitarian Prize, den weltweit größten Humanitätspreis.
Als 2020 die COVID-19-Pandemie ausbrach, übernahm SHOFCO eine führende Rolle, während viele internationale Organisationen sich zurückzogen. Es wurde zur bekanntesten Organisation für die Corona-Bekämpfung in Kenia, testete innerhalb von drei Monaten über eine Million Menschen und verabreichte im Folgejahr 30.000 Impfungen.
Aus den Erfahrungen dieser Krise heraus gründete Kennedy 2021 die Global Alliance for Communities, eine Koalition, die systematischen Wandel vorantreibt und lokale Führungskräfte weltweit unterstützt.
2022 trugen SHOFCOs Friedensbemühungen maßgeblich dazu bei, dass Kenia die friedlichste Wahl in seiner Geschichte erlebte.
Bis 2027 wird SHOFCO zwei Millionen jungen Menschen zu würdevoller Arbeit verholfen haben, 325.000 Kinder vor sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt schützen, den Schulabbruch von mehr als 181.684 Mädchen verhindern sowie 100.000 Menschen mit sauberem Wasser und sicherer Sanitärversorgung versorgen.
Innerhalb von zwei Jahrzehnten hat sich SHOFCO von einem Funken Hoffnung in Kibera zu einer Bewegung entwickelt, die das Leben in ganz Kenia verändert. Was als einfacher Traum begann, der auf Würde, Bildung und Gemeinschaft beruhte, hat sich zu einem landesweiten Netzwerk von Changemakern entwickelt, die die Geschichte der Möglichkeiten neu schreiben. Schauen Sie sich den Dokumentarfilm "I See Blue" an.
In den nächsten 20 Jahren will SHOFCO das SHOFCO Urban Network (SUN) weiter ausbauen. Dieses Netzwerk ist eine starke Idee, die auch in anderen Teilen der Welt funktionieren kann.
SUN ist ein offenes Netzwerk von vielen verschiedenen Gruppen – Freundinnen und Freunden, Familien sowie Nachbarinnen und Nachbarn. Alle bringen ihre eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse mit. Das Netzwerk wächst von selbst. Menschen vor Ort übernehmen Verantwortung und
passen das Modell an ihre Umgebung an.
SHOFCO ist eine von der Gemeinschaft getragene Organisation, die das Leben in urbanen Slums verbessert – mit grundlegenden Dienstleistungen, Beteiligungsmöglichkeiten und Programmen für Bildung und Führung, besonders für Frauen und Mädchen.
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Stichwort: SHOFCO

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